Bier – Eine Geschichte von der Steinzeit bis heute

bier500 Jahre Reinheitsgebot. Bier: Die erste Kultur- und Konsumgeschichte

Bier ist das älteste alkoholische Genussmittel der Menschheitsgeschichte und neben Tee und Wasser das globalste aller Getränke. Gunther Hirschfelder und Manuel Trummer erzählen, wo und wie Bier gebraut wurde, aber auch, wer, wann und wo Bier trank und welche Bedeutung dem Bierkonsum zukam. Sie legen damit erstmals eine globale Kultur- und Konsumgeschichte vor.

Einen ausführliche Überblick, sowie auch weitere Informationen finden sie hier als PDF zum downloaden.

Call für Beiträge für den Sammelband „Fleisch. Vom Wohlstandssymbol zur Gefahr für die Zukunft“

„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!“ Dieser Slogan der deutschen Agrarwirtschaft spiegelt einen über Jahrzehnte gültigen Grundkonsens der bundesdeutschen Nachkriegszeit wider. Fleisch ist für viele noch heute ein Symbol des Wohlstands und der Stärke; es ist Inbegriff einer richtigen Mahlzeit. Gleichwohl ist seit einigen Jahren ein stetiger Verfall dieses Mythos zu beobachten: Fleisch wird zunehmend problematisiert, die Nebenfolgen des zwar stagnierenden, aber nach wie vor hohen Fleischkonsums werden diskutiert und die Apologeten des unbeschwerten Fleischessens geraten zunehmend in die Defensive. Das heute allseits zu günstigen Preisen verfügbare Grundnahrungsmittel hat seine Unschuld verloren. Schon fällt die Prognose für Fleisch – etwa von einem bekannten Wursthersteller – düster aus: „Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft!“. Dass eine Wurstfabrik vegetarische Produkte entwickelt und diese auch mit einigem Erfolg verkauft, kann als Indiz für einen gesellschaftlichen Wandel angesehen werden. Fleisch- und tierfreie Ernährungs- und Lebensweisen, über lange Zeit belächelt und verfemt, erlangen zunehmend gesellschaftliche Relevanz, werden sichtbar und meinungsbildend. Problematisiert werden nicht nur gesundheitliche Folgewirkungen des Fleischkonsums, sondern vor allem auch die mit der Produktion verbundenen massiven ökologischen Folgen, wie zum Beispiel Klimabelastung, Wasser- und Flächenverbrauch, die damit einhergehenden globalen Ungerechtigkeiten und ethischen Probleme der Nutztierhaltung. So kam jüngst der Wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (2015) zu der Einschätzung, dass die derzeitigen Haltungsbedingungen eines Großteils der Nutztiere in Deutschland nicht zukunftsfähig seien.
Aber auch Fleischproduzenten und -händler sowie Verfechter des Fleischgenusses gehen in die Offensive: So weist der Bayerische Bauernverband darauf hin, dass mit den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte ein „höherer Tierkomfort“ geschaffen wurde. Heutige moderne Haltungsbedingungen könnten nicht pauschal als nicht zukunftsfähig bezeichnet werden. Der zentrale Stellenwert des Fleisches auf den Tellern deutscher Konsumenten, lässt sich auch an Publikationen wie dem Magazin „Beef!“ ermessen, in dem „Männer mit Geschmack“ zu einem ungehemmten Karnismus angehalten werden. Andererseits sind solche Publikationen (ähnlich wie die Flut von Landillustrierten) auch Anzeiger einer Krise, da der Fleischkonsum nicht mehr selbstverständlich erscheint.Continue reading

Symposium „Kulturelle Vielfalt: Essen der Migrantinnen und Migranten“

UnbenanntWir möchten Sie auf eine aktuelle Veranstaltung von EssKult.net – Netzwerk Ernährungskultur zum Thema „Kulturelle Vielfalt: Essen der Migrantinnen und Migranten“ hinweisen. Das  Symposium findet am 3. März 2016, von 15:15 Uhr bis 19:00 Uhr im Rahmen des 53. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, an der Hochschule Fulda (Raum A 102) statt.

Vier Referentinnen und Referenten geben aus unterschiedlichen Perspektiven einen Input und diskutieren mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Symposiums über Annäherungen an dieses Thema.

Alle wichtigen Infos stehen hier zum Download im PDF-Format zur Verfügung.

 

DGH – Deutsche Gesellschaft für Humanökologie Tagung in Sommerhausen bei Würzburg, vom 19. bis 21. Mai 2016

Call_DGH_fin

HUMANÖKOLOGIE UND ERNÄHRUNGSÖKOLOGIE:
Konzeptionelle Allianzen und Synergien
Parto Teherani-Krönner (Humboldt-Universität zu Berlin) und Jana Rückert-John (Hochschule Fulda)
In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Gender & Globalisierung (Humboldt Universität zu Berlin)
Essen als Aufnahme von Nahrung ist ein tägliches physisches Bedürfnis. Aus sozialökologischer Sicht ist Ernährung die grundlegendste Form des gesellschaftlichen Metabolismus, wie ihn Marina Fischer-Kowalski (1997; 2012) beschreibt. Sie sieht in der Ernährung eine Schlüsselfrage, da diese ein Drittel des gesellschaftlichen Stoffwechsels ausmacht. So kollidiert Ernährung in der gegenwärtigen westli-chen Welt erheblich mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung, die sich auf eine ökonomische, ökologische und soziale Verträglichkeit sowie Zukunftsfähigkeit beziehen. Ein ausdrücklich mehrdi-mensionaler Ansatz liegt auch dem Konzept der Ernährungsökologie (Hoffmann, Schneider, Leitz-mann 2011) zugrunde. Die Dimensionen Gesundheit, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft werden hier mit Blick auf die Ernährung als gleichberechtigt verstanden.Continue reading

Between sustainability, governance and democracy: interpreting the politics of food

Conveyor and Institution: Basil Bornemann, University of Basel
Esther Seha, Leuphana University Lueneburg
Abstract: World hunger, obesity, animal welfare, urban gardening, and food waste: No matter where one looks today, food is at the center of attention and is currently undergoing a pronounced process of politicization. The array of food-related problems is extensive and diverse. Challenges range from farm to fork as well as from the global to the local and connect ecological, social, cultural, and economic concerns throughout the food system.. While the plethora of current food concerns is almost endless, all issues do however have in common that they challenge prevailing societal lifestyles, beliefs and values, discourses and practices as well as conceptions of society and politics more generally. Food issues have become important vehicles for bringing up fundamental debates about the sustainability, democracy, and governance of modern societies. Touching upon these political meta-discourses, food therefore serves as a relevant venue for understanding politics in the 21st century.
The proposed panel strives to shed light on current food issues and their implications for sustainability, governance, and democracy from an interpretive perspective: How can interpretive analysis help to understand current food-related problems and policies? How and by what means are food issues framed and politicized? What are the commonalities and differences between the various food debates? How do they challenge and transform current understandings and practices of sustainability, democracy, and governance?
In order to explore these questions, we invite theoretical and empirical contributions that analyze current food controversies with reference to sustainability, governance, and democracy from an interpretive perspective. By focusing on these political meta-discourses, the panel aims at integrating findings about individual food issues and at uncovering the role and meaning of food as an instance of political transformation.

Stellenangebot: W 2 – Professur (zunächst befristet auf 6 Jahre, Tenure Track) – im Fachbereich für Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel/Witzenhausen – baldmöglichst

Uni_Kassel

 

Der Fachbereich für Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel/Witzenhausen
und die Fakultät für Agrarwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen besetzen gemeinsam eine

W 2 – Professur (zunächst befristet auf 6 Jahre, Tenure Track)

für „Sozial-Ökologische Interaktionen in Agrarsystemen“

Der/die erfolgreiche Kandidat/in vertritt den Bereich ‚Landwirtschaftliche Systeme‘ in Forschung und Lehre. Die Fakultäten erwarten durch diese Professur eine Stärkung ihres internationalen Profils in interdisziplinärer Forschung in diesem Bereich.

In Forschung und Lehre sind aktuelle theoretische Konzepte und Methoden aus den Sozial- und Naturwissenschaften zu nutzen. Nachhaltigkeit, Resilienz, Komplexität und Transformation sozial-ökologischer Systeme sollen quantitativ und qualitativ erforscht werden. Dies schließt auch die (Weiter-)entwicklung von Theorien und innovativen, interdisziplinären Methoden zur empirischen Datenerhebung und –analyse ein. Die Bereitschaft und Fähigkeit, sich an interdisziplinären Kooperationen im Fachbereich zu beteiligen, wird vorausgesetzt.

Die Professur ist zunächst auf sechs Jahre befristet und wird nach erfolgreicher Evaluation und Integration in Verbundvorhaben am Standort verstetigt.

Der/die erfolgreiche Kandidat/in muss englischsprachige Module in unsere agrarwissenschaftlichen  BSc-Studiengänge, in die internationalen MSc-Studiengänge ‘Sustainable International Agriculture’ und ’International Food Business and Consumer Studies’, sowie in die agrarwissenschaftlichen Graduiertenschulen der Universitäten Kassel und Göttingen einbringen. Weiterhin wird die Beteiligung an der Selbstverwaltung der Universitäten erwartet.

Bewerber/innen müssen in der Analyse sozial-ökologischer Systeme durch einschlägige, begutachtete Publikationen ausgewiesen sein und didaktische Kompetenz vorweisen können. Die Publikationen haben zudem das Interesse an und die Fähigkeit zu interdisziplinärer Kooperation zu belegen. Erfahrungen in internationaler Zusammenarbeit, auch in Entwicklungs- und Schwellenländern des Globalen Südens, sind von Vorteil.

Die Besetzung der Professur erfolgt im Rahmen einer gemeinsamen Berufung durch die agrarwissenschaftlichen Fakultäten in Göttingen und Kassel/Witzenhausen. Primärer Dienstort ist Kassel/Witzenhausen, aber eine regelmäßige Anwesenheit in Göttingen (2 Tage pro Woche) ist verpflichtend. Die Professur wird die dritte gemeinsame Professur der beiden Universitäten sein, die eine innovative Kooperationsvereinbarung über Ländergrenzen hinweg umsetzen, um neue Forschungsschwerpunkte zu etablieren.

Es gelten die Einstellungsvoraussetzungen und Leistungsanforderungen gemäß §§ 60, 61, 64 des Hessischen Hochschulgesetzes. Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. A. Bürkert, Ökologischer Pflanzenbau und Agrarökosystemforschung in den Tropen und Subtropen, Universität Kassel (buerkert@uni-kassel.de), oder Prof. Dr. S. von Cramon-Taubadel, Agrarpolitik, Universität Göttingen (scramon@gwdg.de). Die Universität Kassel ist im Sinne der Chancengleichheit bestrebt, Frauen und Männern die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und bestehenden Nachteilen entgegenzuwirken. Angestrebt wird eine deutliche Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre. Qualifizierte Frauen werden deshalb ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben. Schwerbehinderte Bewerber/-innen  erhalten bei gleicher Eignung und Befähigung den Vorzug. Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen sind bis zum 15.02.2016 unter Angabe der Kennziffer an den Präsidenten der Universität Kassel, 34109 Kassel zu richten.

 

Bewerbungsfrist: 15.02.2016

Aufgetischt! Persuasion und Information in der Vermarktung von Nahrungs- und Genussmitteln

tagung

 

Wer garantiert die Qualität der Gütesiegel? Nach welchen Kriterien werden Inhaltsstoffe untersucht? Wer schreibt die Gutachten? Welche Konsequenzen haben EU und TTIP-Freihandelsabkommen für die Präsentation von Produkten – etwa des bislang mit dem Reinheitsgebot beworbenen Bayerischen Biers? Der Konsument sucht Idylle und Tradition, scheinen sie ihm doch Qualität zu verheißen. Repräsentiert oder konzipiert Lebensmittelwerbung Gender-Strömungen, oder ist der Kuchen backende Vater bei Dr. Oetker ein Einzelfall?
Löst Natur die Chemie als Werbeversprechen ab? Oder fordert der Verbraucher alle Freiheiten für sich? Konsumiert er im Fitnessstudio den isotonischen Drink, um am Morgen auf dem Biomüsli zu beharren? Bevorzugt er PET oder Glas als Verpackung?
Solchen Fragen widmet sich diese Tagung des RVW, die vom 6. bis 7.11.2015 in der Universität Regensburg, stattfindet. Genauere Informationen finden sie hier ,als PDF zum Download.

 

„Der Mensch ist, was er isst.“

WK53-Kongress-2016

Ernährung als integratives Forschungsgebiet der Natur- und Sozialwissenschaften

Ernährung spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Leben: Neben ihren leicht erkennbaren physischen Funktionen, den Hunger zu stillen und den Körper mit Nährstoffen zu versorgen, hat Ernährung soziale, politische, ökonomische und kulturelle Dimensionen. Essen, Nahrung und Ernährung sind – ganz im Sinne des Diktums Ludwig Feuerbachs „Der Mensch ist, was er isst“ – wichtige Ausdrucksmittel für soziale Beziehungen und Kommunikation. Essen kann Freundschaft, Gemeinsamkeit und Nähe anzeigen, aber auch sozialen Status, Macht und Ausgrenzung signalisieren. Zudem finden gesellschaftliche Verhältnisse, in denen wir leben, ihren Ausdruck im Essalltag.Continue reading

Mit Liebe hergestellt? Technologische Innovation trifft Esskultur

 

Symposium_Programm_2015-1

„Verbraucher beurteilen technologische Innovationen bei Lebensmitteln höchst unterschiedlich. Was für den einen eine phantastische und segensreiche Entwicklung darstellt, ist für den anderen nicht akzeptabel oder besorgniserregend – vorausgesetzt sie haben überhaupt etwas über die Innovation erfahren. Unsere Studie „Essbare Innovationen“ legt den Schluss nahe: Die Sinnhaftigkeit und Vorteile des technischen Wandels sollten deutlicher dargestellt und der Nutzen für den Verbraucher besser erklärt werden. Die Ernährungsbranche ist nachweislich führend bei technologischen Innovationen und Ressourceneffizienz sowohl in nationalen als auch internationalen Produktions- und Herstellungsketten.Continue reading