Vernetzte kommunale Gesundheitsförderung für Kinder

 

Im Rahmen des Forschungsverbunds ‚Gesund Aufwachsen‘, der vom Vorstandsmitglied Regine Rehaag koordiniert wird, ist die Idee zu einem Sonderheft ‚Vernetzte Kommunale Gesundheitsförderung für Kinder‘ entwickelt und mit dem Bundesgesundheitsblatt abgestimmt worden. Das Sonderheft inzwischen auch in der Printversion erschienen.
Fünf Beiträge stammen aus dem Forschungsverbund, einer davon beschäftigt sich mit dem Thema

Ernährung als Ressource der vernetzten kommunalen Gesundheitsförderung für Kinder – Wahrnehmung durch Eltern und Experten. Rehaag, Regine; Ehlen, Sebastian Bundesgesundheitsbl 61 (10), S. 1242–1251.

Das Inhaltsverzeichnis des Sonderhefts können Sie hier herunter laden.

Bio-Erdbeeren zur Weihnachtszeit

Erweiterte Erwartungshorizonte bei der Ernährung

Die moderne Gesellschaft ist durch eine endlose Zunahme an Möglichkeiten in der Ernährung gekennzeichnet. An nahezu jedem Ort und zu jeder Zeit kann heute in ungewöhnlicher Fülle und Vielfalt gegessen und getrunken werden. Damit ist eine enorme Zunahme des Angebots dessen, was gegessen werden kann, verbunden. Auf der Nachfrageseite drückt sich dies durch vielfältige neue Ernährungsstile und -trends aus – wie etwa vegan, vegetarisch, paleo, bio oder nachhaltig. Hinsichtlich der Ernährung lässt sich die moderne Gesellschaft deshalb als Überflussgesellschaft beschreiben: Für den überwiegenden Teil der Weltbevölkerung herrscht kein Mangel an Nahrungsmitteln, sondern sie hat es mit einem Überangebot zu tun. Mit der Zunahme an Möglichkeiten, was, wo, wie und wann gegessen werden kann, erweitert sich der Erwartungshorizont auch beim Essen und Trinken. Ist das noch normal?

  • Autorin: Jana Rückert-John
  • Der Beitrag ist erschienen in der Ausgabe 552 | 10. Oktober 2018  Normal – gibt es das noch? auf politische-meinung.de

Hier finden Sie die ganzen Text.

Verdinglichung des Lebendigen. Fleisch als Kulturgut (kurz: „Fleischwissen“)

Das Verbundprojekt „Fleischwissen“ befasst sich im Sinne einer Verdinglichung des Lebendigen mit dem Objekt „Fleisch“: Entlang der Produktionskette von Fleisch- und Wurstwaren lässt sich ein Prozess nachvollziehen, in dem das Objekt Fleisch „seine Sprache findet“, also durch verschiedene Akteure und Handlungen, Orte und Objekte eine spezifische Dingbedeutsamkeit erhält.

Aktuell werden in unserer Gesellschaft Formen industrieller Nahrungsmittelproduktion zunehmend hinterfragt. Unsere übergeordnete These lautet, dass Fleisch im Verlauf des Industriezeitalters vom Symbol für Fortschritt und hohen Lebensstandard zur Chiffre für Fehlernährung, Umweltzerstörung und Tierleid wurde. Das Projekt soll zeigen, wie Tiere zu Lebensmitteln werden. Dabei geraten auch Instrumente und Orte der Zerlegung, der Zubereitung und des Konsums in den Blick. So lässt sich nachvollziehen, wie Fleisch zum kulturellen Bedeutungsträger wird und Objekte als Wissensspeicher fungieren: Sie stützen, präzisieren und kontextualisieren unser Wissen und tragen damit entscheidend dazu bei, welche Bedeutung in einer Gesellschaft dem Umgang mit Tier und Fleisch beigemessen wird.

Das Projekt ist in drei Teilprojekte gegliedert, die kulturwissenschaftliche, soziologische und innovationsanalytische Perspektiven aufgreifen. Die Umsetzung erfolgt im Forschungsverbund der Universität Regensburg (Prof. Dr. Gunther Hirschfelder), der Hochschule Fulda (Prof. Dr. Jana Rückert-John) und des Instituts für Sozialinnovation e.V. in Berlin (Dr. René John) sowie in Kooperation mit dem Deutschen Kochbuchmuseum in Dortmund (Dr. Jens Stöcker) und dem Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg (Dr. Moritz Jungbluth).

  • Projektlaufzeit: 1.8.2018 bis 31.7.2021
  • Projektleiter: Prof. Dr. Gunther Hirschfelder
  • Wissenschaftliche Koordination: Dr. Lars Winterberg
  • Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Ernährung und Esskultur: Kulturwissenschaftliche Perspektiven

Gunther Hirschfelder, Patrick Pollmer. Aktuelle Ernährungsmedizin 2018, 41-55
Georg Thieme Verlag KG

Um medizinisch unerwünschte Ernährungsweisen zu erkenn bzw. zu verhindern, muss die jeweilige Esskultur definiert werden. Dabei ist es wichtig, wie Ernährungsmuster zustande kommen und sie kulturell erlent bzw. tradiert werden. Das Ziel des Beitrags besteht darin, diese rahmenden Aspekte herauszuarbeiten und soziale und kulturelle Faktoren zu beleuchten.

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Wege aus der Digitalisierungsfalle. Ernährungskommunikation und Ernährungsbildung

Gunther Hirschfelder. Ernährung im Fokus 09-10, 2018

Ernährungsbildung ist heute überall. Guten Tipps zu einer gesundheitsfördernden Ernährung, die Spaß macht und die Umwelt schont, kann man heute kaum noch entrinnen. Vom Bioladen ausgehend hat sich eine ganze Themenlawine vorgearbeitet und ist längst im Discounter angekommen. Unterfüttert wird die Informationsflut von einer analogen und zunehmend auch digitalen Belehrungsoffensive, die Kinder und Jugendliche seit nunmehr zwei Generationen unter Dauerfeuer nimmt. Trotzdem essen viele Kinder immer noch gerne Eis, mögen Jugendliche Energy-Drinks und Kantinengänger Currywurst. Diese Lücke zwischen Ernährungswissen und Ess-Praxis ist nicht paradox, sondern logisch. Dabei spielt die digitale Ernährungskommunikation eine Schlüsselrolle.

Den ganzen Text finden Sie hier.

Grenzenlos?

Über die kulinarische Kultur Europas

Dr. Gunther Hirschfelder. Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde 62/63, 2017/18

Die Geschichte der Ernährungskultur ist fraglos eine Geschichte der Grenzüberschreitungen. Der scheinbar grenzenlose, globale Lebensstil, der sich gerade entwickelt, lässt sich an nichts so gut ablesen wie an der Ernährung: Der global lifestyle ist vor allem ein global foodstyle. Dabei sind einige Produkte und Zubereitungsarten besonders weitverbreitet und fungieren gewissermaßen als Globalisierungspioniere: Die großen Biermarken, Pizza, aber auch Energy-Drinks und zunehmend auch Sushi sind in diesem Kontext zu nennen und werden dabei oft bewusst als Lifestyle-Produkte verzehrt.

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Was passiert beim Schulessen?

Ethnographische Einblicke in den profanen Verpflegungsalltag von Bildungsinstitutionen

Die Studie legt erstmalig eine umfassende Ethnografie zum Alltag des Schulessens vor. Dabei wird nachgezeichnet, was Kinder und Jugendliche beim Mittagessen erleben, was sie mit ihrem Essen und miteinander tun und welche Rollen Erwachsene bei alledem übernehmen. Deutlich wird, dass das Mittagessen in der Schule ein bedeutsamer interaktiver Raum der Kinderkultur darstellt, der jedoch je nach Alter der Schülerinnen und Schüler mehr oder weniger stark von Erwachsenen reguliert wird.

  • Autoren: Lotte Rose, Rhea Seehaus

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Das Essen der Kinder – Zwischen Pädagogisierung, Konsum und Kinder Kultur

Die Tagung des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung (ZKJF) in Kooperation mit Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit Technische Hochschule Köln, Forschungsschwerpunkt Bildungsräume in Kindheit und Familie, findet vom 06. bis zum 07. Dezember 2018 statt.

In der europäischen Kulturgeschichte der Moderne ist Ernährung eng mit pädagogischen Erwartungen und Zielen verknüpft. Dies zeigt sich aktuell in den kritischen Debatten zum Ernährungsverhalten westlicher Gesellschaften, in denen Ernährung und Essenssituationen als bedeutende Erziehungs-, Bildungs- und Präventionsgegenstände verhandelt werden.

Wir stellen Ihnen gerne das Tagungsprogramm und eine Wegbeschreibung im PDF-Format zum Download zu Verfügung.

Stellenanzeige

Das Max Rubner-Institut (MRI) ist eine Forschungs- und Beratungseinrichtung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das Institut für Ernährungsverhalten sucht einen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt zurzeit 19,5 Stunden.

Mit der Forschung am Institut für Ernährungsverhalten am Standort Karlsruhe des Max Rubner-Instituts soll ein Beitrag geleistet werden, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Menschen zu steigern. Dabei wird das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung entsprechend der Sustainable Development Goals (SDG) verfolgt. In diesem Kontext sollen zukünftig sozialwissenschaftliche ernährungsassoziierte Frage-stellungen verstärkt umfassend und problemlösungsorientiert erforscht werden. Entsprechend soll die Expertise in Transformationsforschung und transdisziplinärer Forschung erweitert werden.
Sie bringen Ihr methodisches Fach– und Erfahrungswissen zur Gestaltung transdisziplinärer Forschungs-prozesse ein. Im Tandem mit einer Wissenschaftlerin aus dem Ernährungsbereich erarbeiten Sie passende Herangehensweisen für die transdisziplinäre Ausgestaltung eines Forschungsprojekts im Themenfeld ‚Ernährung und Alter‘ und begleiten die Projektgruppe bei der konzeptionellen Entwicklung.

 

Weitere Informationen erhalten Sie im PDF-Format.

Die Erde ist krank, aber sie wurde nicht vergiftet

In den achtziger Jahren, war die Sorge um unsere Umwelt ein zentrales Thema in der gesellschaftlichen Debatte. Und obwohl wir heute wahrscheinlich insgesamt sogar mehr Umweltprobleme haben, bestimmen sie den gesellschaftlichen Diskurs in deutlich geringerem Umfang. Der Umweltdiskurs ist ‚versandet‘. Umweltprobleme sind kaum noch Anlass für Protest und Veröffentlichungen über Umweltfragen erreichen, wenn überhaupt, nur noch ein Nischenpublikum. Die Menschen haben ihr Krisenbewusstsein für die Umwelt verloren. Um Missstände als Krise zu deuten, braucht es neue Metaphern. Schlaglichter wie Waldsterben, Bienensterben, Klimawandel, Massentierhaltung sind alltäglich geworden und erzeugen kaum noch Betroffenheit. Vielleicht braucht es sogar Positivmetaphern, die ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier vermitteln.

Der Krieg gegen die Natur muss mit kreativen neuen Metaphern den Menschen wieder nahe gebracht werden, um die ökologischen Katastrophen unserer Welt wieder ins Gespräch zu bringen.

Den kompletten Artikel von Jan Grossarth aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitungszeitung vom 3. Juni 2018 finden Sie hier.