Netzwerk EssensPaed

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Essen ist nicht nur ein biologisches Bedürfnis, sondern ist auch geprägt von sozialer Interaktion und Ordnungsstrukturen. Das soziale Ereignis besteht aus Machtverhältnissen, Konflikten und gesellschaftlichen Normen, die das Essverhalten maßgeblich beeinflussen und lenken.
Das Essen ist seit den Anfängen der Pädagogik Gegenstand theoretischer Diskurse und praktischer Anliegen. Vor diesem Hintergrund wurde 2014 das Forschungsnetzwerk EssensPaed gegründet.
Das Netzwerk spricht Kolleg_innen aus den Erziehungswissenschaften, der Kindheits-, Jugend-, Bildungs- und Familienforschung wie auch den Sozialarbeitswissenschaften an.

Nun hat das Netzwerk seine eigene Internetseite. Falls Sie an dem Thema interessiert sind, würden wir uns über einen Besuch der Seite freuen.

Vernetzte kommunale Gesundheitsförderung für Kinder

 

Im Rahmen des Forschungsverbunds ‚Gesund Aufwachsen‘, der vom Vorstandsmitglied Regine Rehaag koordiniert wird, ist die Idee zu einem Sonderheft ‚Vernetzte Kommunale Gesundheitsförderung für Kinder‘ entwickelt und mit dem Bundesgesundheitsblatt abgestimmt worden. Das Sonderheft inzwischen auch in der Printversion erschienen.
Fünf Beiträge stammen aus dem Forschungsverbund, einer davon beschäftigt sich mit dem Thema

Ernährung als Ressource der vernetzten kommunalen Gesundheitsförderung für Kinder – Wahrnehmung durch Eltern und Experten. Rehaag, Regine; Ehlen, Sebastian Bundesgesundheitsbl 61 (10), S. 1242–1251.

Das Inhaltsverzeichnis des Sonderhefts können Sie hier herunter laden.

Bio-Erdbeeren zur Weihnachtszeit

Erweiterte Erwartungshorizonte bei der Ernährung

Die moderne Gesellschaft ist durch eine endlose Zunahme an Möglichkeiten in der Ernährung gekennzeichnet. An nahezu jedem Ort und zu jeder Zeit kann heute in ungewöhnlicher Fülle und Vielfalt gegessen und getrunken werden. Damit ist eine enorme Zunahme des Angebots dessen, was gegessen werden kann, verbunden. Auf der Nachfrageseite drückt sich dies durch vielfältige neue Ernährungsstile und -trends aus – wie etwa vegan, vegetarisch, paleo, bio oder nachhaltig. Hinsichtlich der Ernährung lässt sich die moderne Gesellschaft deshalb als Überflussgesellschaft beschreiben: Für den überwiegenden Teil der Weltbevölkerung herrscht kein Mangel an Nahrungsmitteln, sondern sie hat es mit einem Überangebot zu tun. Mit der Zunahme an Möglichkeiten, was, wo, wie und wann gegessen werden kann, erweitert sich der Erwartungshorizont auch beim Essen und Trinken. Ist das noch normal?

  • Autorin: Jana Rückert-John
  • Der Beitrag ist erschienen in der Ausgabe 552 | 10. Oktober 2018  Normal – gibt es das noch? auf politische-meinung.de

Hier finden Sie die ganzen Text.

Verdinglichung des Lebendigen. Fleisch als Kulturgut (kurz: „Fleischwissen“)

Das Verbundprojekt „Fleischwissen“ befasst sich im Sinne einer Verdinglichung des Lebendigen mit dem Objekt „Fleisch“: Entlang der Produktionskette von Fleisch- und Wurstwaren lässt sich ein Prozess nachvollziehen, in dem das Objekt Fleisch „seine Sprache findet“, also durch verschiedene Akteure und Handlungen, Orte und Objekte eine spezifische Dingbedeutsamkeit erhält.

Aktuell werden in unserer Gesellschaft Formen industrieller Nahrungsmittelproduktion zunehmend hinterfragt. Unsere übergeordnete These lautet, dass Fleisch im Verlauf des Industriezeitalters vom Symbol für Fortschritt und hohen Lebensstandard zur Chiffre für Fehlernährung, Umweltzerstörung und Tierleid wurde. Das Projekt soll zeigen, wie Tiere zu Lebensmitteln werden. Dabei geraten auch Instrumente und Orte der Zerlegung, der Zubereitung und des Konsums in den Blick. So lässt sich nachvollziehen, wie Fleisch zum kulturellen Bedeutungsträger wird und Objekte als Wissensspeicher fungieren: Sie stützen, präzisieren und kontextualisieren unser Wissen und tragen damit entscheidend dazu bei, welche Bedeutung in einer Gesellschaft dem Umgang mit Tier und Fleisch beigemessen wird.

Das Projekt ist in drei Teilprojekte gegliedert, die kulturwissenschaftliche, soziologische und innovationsanalytische Perspektiven aufgreifen. Die Umsetzung erfolgt im Forschungsverbund der Universität Regensburg (Prof. Dr. Gunther Hirschfelder), der Hochschule Fulda (Prof. Dr. Jana Rückert-John) und des Instituts für Sozialinnovation e.V. in Berlin (Dr. René John) sowie in Kooperation mit dem Deutschen Kochbuchmuseum in Dortmund (Dr. Jens Stöcker) und dem Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg (Dr. Moritz Jungbluth).

  • Projektlaufzeit: 1.8.2018 bis 31.7.2021
  • Projektleiter: Prof. Dr. Gunther Hirschfelder
  • Wissenschaftliche Koordination: Dr. Lars Winterberg
  • Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Ernährung und Esskultur: Kulturwissenschaftliche Perspektiven

Gunther Hirschfelder, Patrick Pollmer. Aktuelle Ernährungsmedizin 2018, 41-55
Georg Thieme Verlag KG

Um medizinisch unerwünschte Ernährungsweisen zu erkenn bzw. zu verhindern, muss die jeweilige Esskultur definiert werden. Dabei ist es wichtig, wie Ernährungsmuster zustande kommen und sie kulturell erlent bzw. tradiert werden. Das Ziel des Beitrags besteht darin, diese rahmenden Aspekte herauszuarbeiten und soziale und kulturelle Faktoren zu beleuchten.

Hier finden Sie alle weiteren bibliografischen Informationen.