„Der Mensch ist, was er isst.“

WK53-Kongress-2016

Ernährung als integratives Forschungsgebiet der Natur- und Sozialwissenschaften

Ernährung spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Leben: Neben ihren leicht erkennbaren physischen Funktionen, den Hunger zu stillen und den Körper mit Nährstoffen zu versorgen, hat Ernährung soziale, politische, ökonomische und kulturelle Dimensionen. Essen, Nahrung und Ernährung sind – ganz im Sinne des Diktums Ludwig Feuerbachs „Der Mensch ist, was er isst“ – wichtige Ausdrucksmittel für soziale Beziehungen und Kommunikation. Essen kann Freundschaft, Gemeinsamkeit und Nähe anzeigen, aber auch sozialen Status, Macht und Ausgrenzung signalisieren. Zudem finden gesellschaftliche Verhältnisse, in denen wir leben, ihren Ausdruck im Essalltag.

Heutigen ernährungsmitbedingten Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Adipositas, Diabetes mellitus und einigen Tumorkrankheiten, kann nur adäquat begegnet werden, wenn sie als physische und soziale Probleme gleichermaßen verstanden und interdisziplinär bearbeitet werden: Ernährungstherapien, präventive Empfehlungen und bevölkerungsbezogene Public Health Nutrition Maßnahmen erfordern daher eine Berücksichtigung der sozialwissenschaftlichen Perspektive. Dies gilt sowohl in Industrie- als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern, wo die genannten ernährungsmitbedingten Krankheiten zunehmend zur Krankheitslast beitragen.

Der kommende DGE-Kongress verfolgt daher das Ziel, unterschiedliche disziplinäre Perspektiven der Natur- und Sozialwissenschaften mit Blick auf Ernährung zu integrieren. Hiermit wird die interdisziplinäre Ernährungsforschung gestärkt, um so zur Generierung effektiver Lösungen ernährungsmitbedingter Gesundheitsprobleme in der Bevölkerung zu gelangen.

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